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Der ALTANA Industrie-Innovationsindex 2017

Reicht eine hohe Forschungsquote, um innovativ zu sein? Kantar Emnid befragte 250 Top-Manager und 251 Berufseinsteiger in der deutschen Industrie. Die überraschenden Ergebnisse hier im Überblick...

Studiensteckbrief

Für ALTANA ist Innovationsfähigkeit elementar, um erfolgreich Zukunft zu gestalten. Wir leben Innovation durch ein wissenschaftlich fundiertes Innovationsmanagement und eine abteilungsübergreifende Innovationskultur im Unternehmen. Unsere Motivation, uns tiefergehend mit diesem Thema zu beschäftigen, ist besonders groß. Deshalb haben wir 2017 zum vierten Mal in Folge unsere Innovationsstudie durchgeführt – dieses Jahr gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut KANTAR EMNID.

Die vorliegende Umfrage untersucht die Innovationsfähigkeit bzw. Innovationskultur deutscher Industrieunternehmen ab 250 Mitarbeitern. 250 Entscheider aus den Bereichen Innovation/Innovationskultur – darunter Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer und Bereichsleiter – sowie 251 Berufseinsteiger zwischen 18 und 35 Jahren wurden in telefonischen Interviews befragt. Diese fanden im Zeitraum vom 16. bis 26. April 2017 statt.

250 Entscheider und 251 Berufseinsteiger wurden zur Innovationsfähigkeit deutscher Industrieunternehmen befragt. Fast 40% der Entscheider sind Vorstände oder Geschäftsführer.

So ermitteln wir den ALTANA Industrie-Innovationsindex

Wir ermitteln in der vorliegenden Studie den Industrie-Innovationsindex. Dieser dient als Indikator für die Innovationsfähigkeit der deutschen Industrie.

Der Index stellt das Verhältnis zwischen Unternehmen, die als innovativ wahrgenommen werden, und Unternehmen, die als nicht innovativ wahrgenommen werden, dar. Ein Index größer als 100 bedeutet somit eine positiv wahrgenommene Innovationsfähigkeit der Industriebranche.

Der Industrie-Innovationsindex erreicht 2017 einen Stand von 133 Punkten. Im Vergleich zu 2016 bedeutet dies einen leichten Abfall von sechs Punkten.

Herausforderungen

Entscheider sehen die Digitalisierung auf Platz eins der sehr großen Herausforderungen für die deutsche Industrie.

Die Digitalisierung ist nach Ansicht deutscher Top-Manager die aktuell größte Herausforderung, der sich Industrieunternehmen stellen müssen. Aber auch die Themen Nachhaltigkeit, globalisierter Wettbewerb und das Recruiting zukünftiger Talente treiben deutsche Entscheider um.

 

Die Studie untersucht auch mögliche Antworten auf die genannten Herausforderungen. Das wichtige Thema Innovationsfähigkeit- bzw. Innovationskultur bildet hierbei den Schwerpunkt, das erfolgreiche Recruiting von Talenten wird als Lösungsansatz ebenfalls näher betrachtet.

Innovationsfähigkeit

Innovationsfähigkeit ist enorm wichtig! Darüber sind sich deutsche Entscheider einig. Die Realität in den Unternehmen hinkt jedoch hinterher.

84 Prozent der Entscheider halten die Innovationsfähigkeit von Unternehmen für wichtig bis sehr wichtig. Nur 37 Prozent attestieren ihrem eigenen Unternehmen hohe bis sehr hohe Innovationskraft. Diese auffällige Diskrepanz zeigt sich auch bei den fast deckungsgleichen Einschätzungen der Berufseinsteiger.

Martin Babilas

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Innovationskultur

Berufseinsteiger sehen nicht zuletzt bei Innovationsausgaben, Risikobereitschaft und unkonventionellem Denken Luft nach oben.

Berufseinsteiger und Manager sind zum Teil sehr unterschiedlicher Ansicht, was die Innovationskultur ihres Arbeitgebers angeht. Während Berufseinsteiger in ihren Unternehmen oft Mut zu Neuem sowie die Akzeptanz von unkonventionellem Denken und Handeln vermissen, sehen Entscheider vor allem beim Ideenmanagement und in der gezielten Einholung von externem Wissen noch Luft nach oben.

Maßnahmen zur Innovationskultur

Deutsche Industrie-Unternehmen haben die Bedarfe ihrer Kunden klar im Fokus. Externes Wissen und Ideen der Mitarbeiter könnten hingegen noch besser genutzt werden.

Kunden befragter Entscheider können sich glücklich schätzen: 96 Prozent gaben an, die Bedarfe ihrer Kunden stark bis sehr stark im Fokus zu haben. 79 Prozent stärken ihre Innovationskultur durch einen konstruktiven Umgang mit Fehlern und Rückschlägen. Im Umgang mit externem Wissen sowie im betrieblichen Vorschlagswesen könnte aus Sicht der Entscheider nachgelegt werden.

Persönlicher Einfluss auf die Innovationskultur

Drei Viertel der Entscheider sehen sich als Innovationsmotor.

73 Prozent der Entscheider sind der Ansicht, einen großen bis sehr großen Beitrag zur Innovationskultur in ihrem Unternehmen zu leisten. Dabei sind sich Männer ihres Beitrags sicherer als Frauen, ältere Entscheider sicherer als jüngere.

Akzeptanzkultur

Berufseinsteiger sind im Umgang mit Misserfolgen weniger gelassen als Entscheider.

Fast alle „alten Hasen“ bewerten Rückschläge als Lernerfahrung, die auch in anderen Bereichen hilft. Nur ein Drittel der Berufseinsteiger stimmen dem zu. Drei Viertel der Entscheider halten Misserfolge für notwendig, um wirklich gute Ideen zu entwickeln. Nur 19 Prozent der Berufseinsteiger sehen das genauso.

Kooperationen

Die deutsche Industrie zeigt sich kooperationsfreudig, um Innovation voranzutreiben. Beteiligungen an Start-ups werden bislang selten eingegangen.

Die deutsche Industrie geht nur zögerlich Beteiligungen ein, um Innovation zu fördern – vor allem wenn es um branchenfremde Unternehmen oder Start-Ups geht.

Kooperationen mit Kunden und Dienstleistern hingegen sind in den Unternehmen der meisten Befragten Usus. Drei Viertel der Befragten kooperieren mit Verbänden. Auch mit Herstellern, Universitäten und Netzwerken werden rege Verbindungen gepflegt.

Budget

Die Budgets für Innovationsprojekte werden tendenziell steigen, vor allem bei größeren Unternehmen.

40 Prozent der Befragten erwarten, dass das Innovations-Budget in ihrem Unternehmen 2017 im Vergleich zum Vorjahr steigen wird. Nur 6 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass das Budget kleiner sein wird als 2016.

Je größer das Unternehmen, desto mehr Befragte gaben an, dass das Budget steigen wird. Fast jedes zweite Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern will mehr Geld in Forschung und Entwicklung investieren.

Dr. Christoph Schlünken

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Faktoren bei der Bewerber-Auswahl

Der Wunschkandidat ist neugierig, geistig beweglich und fachlich stark. Auf sehr gute Zeugnisnoten bestehen die meisten Entscheider nicht mehr.

Nur noch 20 Prozent der Entscheider erwarten von ihren Bewerbern sehr gute Zeugnisnoten. Auch gesellschaftliches Engagement ist ihnen nicht so wichtig. Das heißt jedoch nicht, dass sie ihren Bewerbern gegenüber anspruchslos geworden sind: Eine ganze Palette von Eigenschaften – von Wissbegier bis zur Bereitschaft zur „Extra Mile“ – wird allgemein erwartet. 60 Prozent der Entscheider sehen auch das Querdenken als sehr wichtige Eigenschaft an.

Faktoren bei der Arbeitgeberauswahl

Für Berufseinsteiger entscheidend: Angenehmes Arbeitsklima, gute Bezahlung und Eigenverantwortung.

Sich am Arbeitsplatz wohlfühlen – dieser Faktor ist für Berufseinsteiger sogar wichtiger als ein hohes Gehalt. Zudem wünschen sich Berufseinsteiger im potentiellen neuen Job Handlungsspielraum und Eigenverantwortung. Auch Karriere- und Aufstiegschancen sowie die Frage, ob das Unternehmen zu einer Zukunftsbranche gehört, ist für sie sehr relevant.

Querdenker

Berufseinsteiger sind Querdenkern gegenüber aufgeschlossener als Entscheider.

Damit ein Unternehmen kreativ sein kann, braucht es nach Ansicht der Berufseinsteiger 40 Prozent Querdenker in der Belegschaft. Als Querdenker bezeichnen wir Menschen, die unkonventionelle Wege gehen und den Status Quo hinterfragen. Etablierte Entscheider sprechen Querdenkern einen nicht ganz so hohen Stellenwert zu: Sie meinen, ein Prozentsatz von rund 28 Prozent im Unternehmen reicht aus, um kreativ zu agieren.

Martin Babilas

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